Von Silja Meyer-Zurwelle
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Frau Gedeck, Sie haben die Rolle der Clara Schumann schon mehrfach gespielt. 2008 im Film „Geliebte Clara“ und auf etlichen Konzertbühnen, in klassischen Programmen. Was macht für Sie den Reiz dieser historischen Figur aus?

Sie war eine kraftvolle Frau, die in ihrem Leben viel zu bewältigen hatte. Sie war außerdem eine begnadete Künstlerin und ja auch Komponistin. Als sie dann mit Schumann zusammenkam, kam das Komponieren zu kurz, sie war nur noch als Pianistin unterwegs. Trotzdem fasziniert es mich, wie sie ihr Berufsleben gemeistert hat und gleichzeitig für ihre große Familie da war, allen voran ihrem Ehemann, dem sie immer zur Seite stand.

Beim Heidelberger Frühling waren Sie mit einem „Schumanniade“-Programm auf der Bühne zu erleben. Haben Sie eine Lieblingskomposition von Robert Schumann?

Ich mag seine Klavierwerke sehr, sehr gerne. Ich liebe sein a-moll-Konzert, aber auch die „Kinderszenen“. Zu meinen Lieblingsliedern gehört „Du bist wie eine Blume“ aus dem Liederkreis „Myrthen“. Ich mag die Melancholie, die Lieder berühren einen tief.

In welchen Situationen hören Sie eigentlich Klassik?

Am liebsten im Konzertsaal und am allerliebsten, wenn ich selbst gemeinsam mit Musikern auf der Bühne stehe.

Es geschieht immer häufiger, dass Schauspieler und Musiker ein Konzert zusammen bestreiten. Inwiefern beflügeln sich Töne und Texte?

Der Zauber der Musik eröffnet eine Innenwelt und fügt der Sprache etwas hinzu, das eine besondere Ausdruckskraft hat. Gleichzeitig kommen wir den Komponisten und Künstlern aber auch näher, wenn wir sie selber sprechen lassen und erfahren, was sie bewegt hat. Von Clara und Robert Schumann wissen wir das sehr genau, denn sie haben sich viele Briefe geschrieben und Tagebuch geführt. Von diesen Dokumenten können wir bis heute zehren.

 

Die Fragen stellte Silja Meyer-Zurwelle.

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