Von Selina Demtroeder
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Ruhe im Idyll. Abseits vom Alltag können sich die Gedanken frei entfalten. „Das ist letztlich die Grundidee von allen Festspielen und Festivals“, sagt Christopher Warmuth, der Projektleiter des Heidelberger LAB: „Auch der Heidelberger Frühling gründet sich auf diesen Gedanken!“

Schon lange spukte die Idee zu einer Akademie beim „Frühling“ herum, für die Musik, für die Künstler und deren Austausch untereinander. Längst sind drei Abteilungen erfolgreich unterwegs: Lied, Kammermusik und  Musikjournalismus.

„Was fehlt euch?“ Diese entscheidende Frage stellt Intendant Thorsten Schmidt heute wie damals der jungen Stipendiatengeneration des Heidelberger Frühling. Eine Antwort war:  Die Zeit für den Austausch komme zu kurz, weil in den Akademien vor allem gelernt und gelehrt wird. Daraufhin wurde vor zwei Jahren das LAB installiert, ein Laboratorium für Innovation. Warmuth: „Diese Plattform wurde gegründet, um Impulse in dieses professionelle Festival hineinzutragen. Wir sind alle froh, dass Thorsten so ein verrückter Intendant ist, der gewillt ist, sich auch mal weit aus dem Fenster zu lehnen. Er könnte es einfacher haben. Er scheucht uns aber oft aus unserer Komfortzone und ermutigt uns, Sachen neu und anders zu machen.“

Das bestätigt das aus dem LAB entstandene Projekt Castor&&Pollux: Zehn junge Akteure aus unterschiedlichen Kunstbereichen begeben sich für vier Tage im April 2017 in einen Schutzraum, ein Tagungshaus in Heidelberg, um nachzudenken. Es gibt nur eine Regel: kein Druck. Diese Lass-sie-mal-machen-Parole zeitigt Ergebnisse: „Dass man wirklich um die Sache ringt und in einen richtigen Diskurs kommt, das war unser Ziel,“ sagt Warmuth, und gibt zu bedenken: „Es ist die aufwendigste und waghalsigste Produktion des ‚Frühling‘ seit Bestehen des Festivals.“

Zwei Tage vor der Uraufführung von Castor&&Pollux am zweiten April stellt sich das LAB dem Publikum vor, in einem Round Table.  Auf dem Podium sitzen außer Thorsten Schmidt auch Künstler der aktuellen Produktion. „Eigentlich müssten wir das Publikum laufend mitnehmen in der Entstehung so eines Projektes, denn der Prozess des Entstehens macht klar, warum etwas wie konzeptioniert und angedacht wurde. Eine künstlerische Produktion ist ja nicht nur der Abend! Das fängt viel früher an!“

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