Von Alexandra Ketterer
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Noa, du bist zum ersten Mal bei der Kammermusik-Akademie?

Ja, ich freue mich auf das gemeinsame Spielen. Neue Menschen kennenlernen, das ist immer ein Abenteuer. Man lernt so viel dabei!

 

Wann weißt du, ob das Zusammenspiel funktioniert?

Man muss ein Gefühl füreinander finden, es gibt immer den Moment, in dem es Klick macht.

 

Wie entsteht so ein Klick?

Man muss die Spielweise der anderen kennen lernen: Was genau suchen sie in dem Stück, was lieben sie? Musik ist eine eigene Sprache, nur ohne Wörter. Wir müssen unsere verschiedenen Sprachen kennenlernen und sie zu einer verbinden.

 

Tianwa Yang ist deine Mentorin. Wie ist es, mit ihr zu arbeiten?

Sie ist eine großartige Violinistin! Sie hat eine wunderbare Technik. Sie strahlt! Das G-Dur-Streichquintett von Brahms, das sie im Mittagskonzert gespielt hat, ist sehr dramatisch, darin liegt eine Schwere. Ich finde, sie hat einen großartigen Zugang, sie erfasst genau alle Charaktere. Sie sucht danach! Sie will eine Geschichte erzählen, und sobald man sie spielen hört, zieht sie einen in ihren Bann zu ziehen. Ich habe am Donnerstag eine Meisterklasse mit ihr…

 

Was hoffst du, von ihr zu lernen?

Das Stück „Cinq danses champêtres” von Jean Sibelius ist für mich neu, und ziemlich unbekannt. Einfacher ist das bei den berühmteren Stücken, da kennt man ja irgendwie die vielen Traditionen. Aber wenn man ein neues anfängt, muss man sich das ganz genau ansehen und nachforschen, was man da unbedingt herausarbeiten möchte. Natürlich macht man das so bei jedem Werk. Aber es ist etwas besonderes bei Stücken, die ich nicht kenne. Ich bin gespannt, wie wir vorgehen werden!

Tony, das ist deine erste Akademie in Heidelberg. Wie bist du darauf aufmerksam geworden?

Ich kenne Igor Levit sehr gut. Wir hatten den gleichen Lehrer, ich habe viel Zeit mit ihm verbracht. Er hat mich mit dem Festival bekanntgemacht. Ich freue mich sehr, hier zu sein!

 

Worauf freust du dich mehr, auf die Meisterkurse oder auf die Konzerte?

Auf beides! Das Klavierquintett op. 34 von Brahms werde ich im Meisterkurs bei Igor zum ersten Mal spielen, es ist ein tolles Stück. Aber ich freue mich auch auf den Meisterkurs mit Tianwa Yang, der Violinistin, wo ich begleiten werde.

 

Igor Levit ist Leiter der Akademie. Was denkst du über ihn als Künstler?

Seine Interpretationen sind einzigartig. Auch seine Art, wie er mit der Musik kommuniziert.

 

Inwiefern? Weißt du ein Beispiel?

Ich erinnere mich an seinen Auftritt mit den Wienern Philharmonikern letzten Monat in New York. Es war extrem einzigartig! Ich denke, dass er seine Intensität gut unter Kontrolle hat, alles ist wie selbstverständlich und doch gut durchdacht.

 

Was möchtest du bei ihm lernen?

Ich spiele die „Kinderszenen“ von Schumann. Er hat das in der Carnegie Hall gemacht, es war die außergewöhnlichste Aufführung, die ich bisher in meinem Leben gehört habe. Ich finde, dass sein Anschlag, und der Klang, den er produziert, sehr besonders sind. Er kann diesen wunderschönen Klang entstehen lassen, im Pianissimo, sehr kleine Klänge. Bei ihm steckt hinter allem eine Geschichte.

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