Leah Biebert
Stipendiatin

„Aber um es zusammenzufassen, ich glaube, das Fragezeichen ist das angemessene Satzzeichen“, sagte der britische Neurologe und Musikliebhaber Oliver Sacks. Auch die Musik hat Fragezeichen verdient, sie generiert sie geradezu selbst. Um diese Fragen in die Welt hinauszutragen, dazu schreiben wir über Musik. Und auch, um gemeinsam auf die Suche nach Antworten zu gehen.

 

Selina Demtröder
Stipendiatin

Musik begeistert mich. Sie löst Bilder in mir aus, ruft Gefühle in mir hervor und lässt mich in andere Welten eintauchen. Wenn ich über Musik schreibe, gibt mir das die Möglichkeit, meine Begeisterung mit anderen zu teilen, und ich stelle mir vor: Ich kann sie durch die Melodie der Worte in meine Welt ziehen und mit ihnen kommunizieren. Der Austausch darüber, ob meine Ansicht geteilt wird oder nicht, das macht für mich Musikjournalismus aus. 

Ida Hermes
Stipendiatin
Magdalena Hinterbrandner
Stipendiatin

Musik bedeutet vielleicht für jeden etwas anderes, trotzdem ist sie für alle vor allem eines: Rückzug aufs Ich, Spiegel des Inneren. Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann – und dennoch kann man so viel über sie sprechen! Nur wenn man über etwas spricht, erhält man es am Leben, zündet Funken der Begeisterung und fordert Würdigung. Das ist Musikjournalismus für mich: hören, sprechen, zünden, würdigen. 

Felix Kriewald
Stipendiatin

Musik ist so universell wie individuell. Sie lässt niemanden unberührt und berührt keinen auf die gleiche Weise. Man kann Musik fühlen, ohne sie zu verstehen. Genauso kann man sie auch verstehen, ohne sie zu fühlen. Deshalb bin ich auf der Suche nach einem Mittelweg zwischen pathetischem Gesülze und staubtrockener Analyse, einer Synthese aus emotionaler Begeisterung und rationalem Verständnis: Kritik mit Leidenschaft. 

Alexandra Maria Ketterer
Stipendiatin

Öffnet Musik den Raum für eine metaphysische Erfahrung? E.T.A. Hoffmann ist sich dessen sicher, und ich stimme ihm zu. Meine Gedanken zu diesen musikalischen Transzendenzmomenten will ich bis ins kleinste Detail hinterfragen und untersuchen, um mich, die Welt – und die Musik ihrer Komplexität besser zu verstehen. 

Lisa Schön
Stipendiatin

Ich wünsche mir, dass die Musik, die ich liebe, greifbar wird. Ich will sie verstehen, mit all ihren Facetten, ich will in ihrer Nähe sein. Musik ist nie nur das Gehörte selbst, das verschwindet, sobald die letzte Note verklungen ist. Sie ist ein Konstrukt aus Menschen, Geschichte, Emotionen, Zeit – und damit Vergänglichkeit. Über sie zu schreiben schafft mir einen Zugang, den ich teilen will. 

Peter Steinert
Stipendiatin

Ist ein großes Musikstück, zum Beispiel von Schubert oder Bach, in seiner ganzen Wahrheit und Wirkung zu erfassen? Wohl kaum. Doch wie über jede andere Kunst kann über Musik diskutiert werden. Diesen Austausch gilt es, zu üben und zu pflegen, wobei die Musikkritik ein Teil dieser Auseinandersetzung sein kann, in einem inspirierenden, nicht oberlehrerhaften Sinne.